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Unser Leben als Gastfamilie
 

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Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende...

Nach langen Gesprächen mit meinem Mann haben wir uns dafür entschieden, unserem Au Pair die Kündigung doch hier zu Hause auszusprechen. Im Grund hatte mein Mann ja recht, wenn wir ihm im Amt kündigen, muss sie wieder mit zurück zu uns nach Hause, um ihre Sachen zusammenzupachen und wer weiß, ob sie dann ihn ihrer Wut etwas zerstört, beschädigt oder sonst was tut.

Das war dann also beschlossen und wir warteten darauf, dass es Donnerstag wurde, weil dann der Urlaub unseres Au Pairs zu Ende war. Am Mittwochabend bekam ich dann eine SMS, dass sie nicht am Donnerstag kommt, sondern erst am Freitag. Sie hätte einen Termin bei der Arbeitsagentur. Im Grunde spricht nichts dagegen, dass sie ihren Urlaub verlängert, nur erwarte ich, dass sie dies in Absprache mit uns tut und nicht einfach schreibt, ich komme später. Sicher, wir wollten ihr sowieso kündigen, aber diese eigenmächtige Urlaubsverlängerung ist nur ein weiterer Punkt, warum sie als Au Pair für uns nicht mehr tragbar ist. Sie hat einfach zu oft bewiesen, dass sie unzuverlässig ist und wie soll ich ihr so mein Kind anvertrauen?

Neben der Frechheit, ohne Absprache einfach länger weg zu bleiben, war für meinen Mann und mich besonders doof, dass er freitagfrüh beruflich für einige Tage weg musste und ich das Gespräch mit ihr alleine führen musste. Für mich bedeutete das, dass ich jemanden finden musste, der unseren Kleinen in der Zeit nimmt, damit ich nicht nebenbei noch auf ihn achten musste. Zum Glück war unsere Nachbarin so lieb, den Kleinen so lange zu nehmen.

Freitagnachmittag bekomme ich eine Nachricht, dass ihr Zug eine Stunde Verspätung hat. Gut, kann passieren. Also habe ich meinen Frosch zu unserer Nachbarin gebracht, wo er mit ihrem Sohn spielen konnte, während ich gewartet habe, dass unser Au Pair kommt. Eigentlich sollte sie 15:45 Uhr hier sein, es wurde 16:00 Uhr, 16:15 Uhr und um 16:30 Uhr habe ich dann beschlossen, meinen Sohn wieder abzuholen, weil ich die Gutmütigkeit unserer Nachbarn nicht ausreizen wollte.

 Als ich dann die Tür öffnete, habe ich erstmal einen Schreck bekommen, weil sie auf der Stufe saß. Ich sie also reingeholt und ihr gesagt, dass und warum wir kündigen. Da sie von der mongolischen Agentur bereits telefonisch kontaktiert und unterrichtet wurde, wusste sie ja schon worum es geht.

Nachdem für mich alles geklärt war, sagte ich ihr, dass sie nicht bleiben kann und deshalb ihre Sachen packen und gehen soll. Erst nach dieser Ansage, kam eine Reaktion von ihr: "Gib mir noch eine Chance!" Ich habe ihr dann ganz in Ruhe erklärt, warum es keine Chance mehr für sie bei uns gibt, worauf sie meinte, ich könnte ja Kameras im Haus installieren. Ja klar! Sonst noch so super Ideen?

Daraufhin habe ich ihr gesagt, sie sollte sich jetzt darum kümmern, wo sie schlafen kann. Noch bevor ich richtigh ausgespochen hatte, stürzte sie in die Küche, nahm sich ein Messer und sagte, sie müsse sterben. Ich ihr also das Messer abgenommen und ihr das erste Mal wirklich ungehalten gesagt, dass sie zusehen soll, dass sie sich darum kümmert, wo sie unterkommt.

Ihre Tante, von wo sie ja eigentlich an dem Morgen erst losgefahren ist, war wohl nicht da und bei ihrer Freundin konnte sie auch nicht bleiben. Also habe ich ihr angeboten, dass sie bis Montag bleiben kann und in der Zwischenzeit darum kümmert, wie und wann sie nach Hause kommt bzw. wo sie bleibt.

Das war zumindest der Plan. Das ganze Wochenende über versuchte sie mit Briefen und endlich mal ehrlichen Gesprächen, etwas an ihrer Kündigung zu ändern, aber nach dem, was sie mir alles so erzählte, war klar, dass sie uns mehrfach angelogen hat und wir wieder einige Gründe mehr hatten, um ihr nicht mehr zu vertrauen. Sie war zum Beispiel nicht bei ihrer Tante im Urlaub, um dort ein mongolisches Fest zu feiern, sondern ist zu ihrem Freund gefahren, den sie im Internet kennengelernt und zu dem Zeitpunkt das erste Mal gesehen hat. Mir persönlich ist es ziemlich egal, wo sie ihren Urlaub verbringt, das ist ihre freie Zeit und ich habe mich da nicht einzumischen, aber dass sie uns wieder angelogen hat, ist einfach unmöglich!

Obwohl sie sich um nichts gekümmert hatte, hieß es dann am Montagmorgen, dass wir zum Ausländeramt gehen, um sie abzumelden. Sie musste ihren Pass, ihre Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis abgeben und bekam stattdessen eine Duldung, die eine Woche gültig war. Außerdem bekam sie die Ansage, dass sie auf jeden Fall ausreisen muss, da die Kündigung auf Grund einer Straftat ausgesprochen wurde. Das bedeutet, dass sie, selbst wenn sie eine neue Gastfamilie finden würde, erst ausreisen und dann ein neues Visum beantragen müsste, bevor sie wieder nach Deutschland einreisen dürfte. Dazu bekam die die Auflage, dass sie, wenn sie in eine andere Stadt "zieht", sich beim Amt abmelden muss.
Innerhalb einer Woche musste sie sich ein Flugticket kaufen, das sie dann im Ausländeramt vorzeigen muss, damit sie eine Grenzübertrittserlaubnis bekommt, mit der sie am Flughafen zur Grenzpolizei gehen muss, um ihren Pass wiederzubekommen. Der Pass wird, nachdem sie das Flugticket im Amt vorgezeigt hat, an den entsprechenden Flughafen geschickt.

Außerdem sollte sie zu der Filiale gehen, in der sie gestohlen hatte, die Sachen zurückgegen und sich eine kurze Bescheinigung geben lassen, dass sie dort war. Die Dame, bei der sie die Sachen zurückgegeben hat, rief mich anschließend an und bedankte sich bei uns, dass wir so gut aufgepasst hätten und sie sagte, dass sie auf eine Anzeige verzichten.

Seit gestern hat unser Au Pair nun auch ein Rückflugticket und ist gerade auf dem Weg zum Amt, um dieses vorzuzeigen. Am 31.07.2014, nach knappen fünf Monaten findet unser Experiment Au Pair also sein Ende. Es ist sehr schade, dass es so Enden musste. Ich weiß, dass es ganz viele ehrliche, zuverlässige, fleißige und fröhliche Mädchen gibt, die irgendwo auf der Welt Au Pair sind oder werden wollen, aber für uns ist nach dieser Erfahrung eine Sache klar, wir werden es wohl so schnell nicht mehr wagen und einfach versuchen, die Betreuung von unserem kleinen Frosch mit einer Tagesmutter und einem Babysitter zu organisieren.

Wir verbuchen die letzten Monate als Erfahrung, für die wir viel Lehrgeld zahlen mussten, aber da nunmal gilt: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!", war es eine Erfahrung, die uns auch um Einiges reicher gemacht hat...

24.7.14 08:42

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