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Ostern für Anfänger

Wenn man aus einer so völlig anderen Kultur kommt, wie unser Au Pair, dann müssen unsere Feste und Feiertage  sehr merkwürdig anmuten.

Zu Ostern habe ich wie jedes Jahr Ostereier gefärbt. Da wir die gemeinsam mit diversen Schokoladenhasen in einem Körbchen verschenken wollten, habe ich die bunten Eier mit einem Berg an Schokolade und 6 selbstgebastelten Osterkörbchen in der Küche stehen lassen. Zaya schaute sich die Eier interessiert an, sagte bzw. fragte aber nichts dazu. Dann ging ich in den Garten, um Gras zu holen, um die Körbchen damit ein wenig auszupolstern, wurde ihr Blick schon fragender und ich erklärte, dass das kleine Geschenke zu Ostern für unsere Familie werden. Natürlich erzählte ich ihr dann auch, dass die kleinen Geschenke zu Ostern, meist Schokohasen und andere Süßigkeiten, vom Osterhasen versteckt und dann von den Kindern gesucht werden müssen.

In diesem Zusammenhang erzählte ich ihr auch, dass wir am Karfreitag kein Fleisch und keine Wurst essen werden, dass für sie diese Regel allerdings nicht gilt und sie essen kann, was sie möchte. Ich glaube, die Vorstellung, einen Tag komplett auf Fleisch zu verzichten, hat sie am Meisten irritiert. Bei Gelegenheit muss ich ihr mal erzählen, dass es mit der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern auf sich hat (wir fasten aber nicht). Allerdings wird sie uns katholische Christen dann vollends für verrückt erklären.

In der Mongolei wird jeden Tag mehrfach viel Fleisch gegessen und unser Au Pair kann es sich nicht vorstellen, wie man auch nur einen Tag ohne auskommen und satt werden soll.

Da Zaya aber ein kleines Murmeltier ist und schon mal gern bis mittags schläft, haben wir Karfreitag allein gefrühstückt. Johannes ist dann schon mal allein zu seinen Eltern gefahren und ich habe darauf gewartet dass Julius von seinem Vormittagsschlaf wieder wach wird. Dieser war Dank der Impfmasern so ausgedehnt, dass ich meine Schwiegermutter zwischendurch anrufen musste, um Bescheid zu geben, dass wir etwas später kommen. Irgendwann kam Zaya dann auch aus ihrem Zimmer und weil ich sie gerade an Ostern ungern ganz allein lassen wollte, fragte ich noch einmal, ob sie nicht doch mit uns kommen möchte. Aber wie schon die Male davor meinte sie, dass sie lieber allein bleiben wollte und wünschte uns viel Spaß.

Als wir am Samstagabend nach dem Ostersemmelsegnen (lustiger Brauch in Attendorn) wieder zu Hause waren, sahen wir nicht mehr viel von unserem Au Pair, da wir drei, nach zwei anstrengenden Tagen und einer nahezu schlaflosen Nacht, völlig fertig waren und schnell ins Bett verschwanden. Am nächsten Morgen stelle ich ihr Zaya natürlich auch ein Osterkörbchen, mit den bunten Eiern und einem großen Schokohasen, vor ihre Zimmertür. Sie war total begeistert davon, dass wir ihr zu Ostern auch etwas schenken und dann sie auch zwei von den schönen, bunten Eiern bekommen hat. Ich fand ihre Freude total niedlich. Sie erzählte mir dann, dass man in der Mongolei keine Eier färben würde und dass sie noch nie bunte Eier gesehen hätte. Als dann aber meine beste Freundin ein Osternest vorbei brachte, in dem auch bunte Eier waren, die sogar mit unseren Namen beschriftet waren, wovon natürlich eins ihren trug, war sie so aus dem Häuschen, dass sie gleich ein Foto von dem Ei mit Namen machen musste, um das ihrer Freundin und ihrer Familie zu zeigen.

Ich bin ja mal gespannt, was sie zu Weihnachten für Augen machen wird, wenn sie die Weihnachtsdeko überall, die Weihnachtsbäume, Weihnachtsmärkte und Weihnachtsbräuche kennenlernen wird.

21.4.14 19:25

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